Künstlerische Vita
in Berlin geboren, mit österreichischen Wurzeln. 1985-1991 Studium Germanistik, Romanistik mit Abschluss Magister Artium (M.A.) an der Freien Universität Berlin, sowie Europäische Ethnologie an der Humboldt Universität Berlin. 1995-2001 Studium Malerei sowie Kunst im Kontext an der Hochschule der Künste Berlin, heute Universität der Künste (mit Abschluß). 2003 Gründung Gruppe Schwarzmalerei mit B. Czarnojahn und P. Schlangenbader. 2006-2025 Atelier im Atelierhaus des bbk-berlin „Sigmaringer1art“ in Berlin-Wilmersdorf.
Seit 1987 zahlreiche Studienreisen und Residenzen insbesondere im Schwarzwald, in Ungarn, Frankreich, Mexiko, Österreich und in der Schweiz.
Meine Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen des In- und Auslands, u.a. in der Dt. Bibliothek (FfM), Dt. Bücherei Leipzig, Kommunale Galerie Berlin, Amerika-Gedenkbibliothek Berlin, Montafoner Heimatmuseum Schruns, Kunsthaus Gmünd i. Kä. (A) Kunstverein artbellwald.ch, Minneapolis Institut of Art (Minnesota, USA).
Preise und Stipendien
(Auswahl)
2019 Artist in Residence im Maltator Parterre, Künstlerstadt Gmünd (A) 2017 Artist in Residence im Baudenkmal Heidehus Bellwald (CH) 2015 Artist in Residence in der Altstadtgalerie Gmünd (A) 2014 Artist in Residence des Verein artbellwald und des Kanton Wallis (CH) 2012 Internationales Gastatelier der Künstlerstadt Gmünd in Kärnten (A)
2008 Preisträgerin des Benninghaus-Kunstpreis für Malerei – Verein Berliner Künstler, Berlin.
Vereinsbeteiligungen bei
Berufsverband Bildender Künstler (bbk berlin) / Kunstverein KunstHaus Potsdam e.V. (KVKHP) / Europäische Frauenakademie der Kunst und Wissenschaften (EFAK).
Statement zu meiner Ku(h)nst
Im Zentrum meiner künstlerischen Arbeit steht die Kuh. In meinen Gemälden erscheint sie nicht als ländliches Beiwerk oder idyllisches Motiv, sondern als eigenständiges Gegenüber. Die Porträts zeigen das Tier meist frontal und in unmittelbarer Nähe – der Blick der Kuh trifft den des Betrachtenden direkt. Diese Nähe erzeugt eine Spannung: zwischen Vertrautheit und Irritation, Sanftheit und Präsenz.
Meine Kuhporträts bewegen sich bewusst jenseits eines naturalistischen Abbildes. Farbe, Gestik und Ausdruck stehen im Vordergrund. Die Malweise ist farbig, detailreich und expressiv; das Tier wird zum Träger von Emotion, Stimmung und innerer Bewegung. Mich interessiert weniger, wie eine Kuh aussieht, sondern wie sie sich anfühlt – als Wesen mit Würde, Eigenheit und Charakter.
In kunsthistorischer Hinsicht steht meine Arbeit in einem Dialog mit der Moderne. Von Édouard Manet und dem frühen Impressionismus übernehme ich die Loslösung vom rein erzählerischen Motiv zugunsten der malerischen Präsenz und der unmittelbaren Wirkung auf den Betrachter. Claude Monet und Paul Cézanne sind Referenzen für mein Verständnis von Farbe und Fläche: Farbe als strukturierendes Element, Form als Ergebnis von Wahrnehmung und malerischem Prozess, nicht von akademischer Zeichnung.
Der stärkste Bezug liegt jedoch im Expressionismus. Ähnlich wie bei Franz Marc dient das Tier in meinen Arbeiten nicht der Illustration, sondern wird zum Projektionsraum für innere Zustände. Allerdings verzichte ich auf symbolische Codierungen zugunsten einer direkten, individuellen Begegnung. Die expressive Farbigkeit, die Vereinfachung der Formen und die bewusste Steigerung des Ausdrucks verbinden meine Arbeit mit den Künstlern der Brücke, die das Unmittelbare, Rohe und Emotional-Subjektive suchten.
Auch Vincent van Gogh ist ein wichtiger Bezugspunkt: seine vibrierende Farbigkeit, die sichtbare Handschrift und das Malen als existenzieller Akt spiegeln sich in meiner Arbeitsweise wider. Wie bei Van Gogh bleibt der Malprozess im Bild präsent – als Spur von Bewegung, Energie und emotionaler Beteiligung.
Meine Kuhporträts sind daher weniger Tierdarstellungen im klassischen Sinn als psychologische und malerische Studien. Sie oszillieren zwischen Porträt, Spiegel und Gegenüber. Durch Überzeichnung, Farbe und Nähe entsteht ein Raum, in dem das Tier archetypisch wirkt und zugleich zutiefst individuell erscheint.
Ich verstehe meine Arbeit als Einladung zur Begegnung: mit dem Tier, mit der Malerei und mit den eigenen Projektionen. Die Kuh blickt zurück – ruhig, offen, unbeirrbar. In diesem Blick verdichten sich Fragen nach Nähe, Natur, Wahrnehmung und dem Verhältnis von Mensch und Tier in der Gegenwart.